Betroffene

 



Was ist "Binge-Eating"-Störung?


Die Binge-Eating“-Störung (BES) ist gekennzeichnet durch regelmäßige Essanfälle, während derer die Betroffenen große Nahrungsmengen zu sich nehmen und dabei das Gefühl haben, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren. Im Unterschied zu Essanfällen bei der Bulimia Nervosa (BN) und Anorexia Nervosa (AN) gehen die Essanfälle bei der BES nicht mit einem regelmäßigen Einsatz unangemessener kompensatorischer Verhaltensweisen einher (z. B. Erbrechen oder Fasten). Stattdessen treten Symptome wie u.a. „wesentlich schneller essen als normal“, „essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl“ auf (Kriterium B). Darüber hinaus berichten die Betroffenen von einem deutlichen Leiden (Kriterium C).
Für die Diagnose einer BES ist es erforderlich, dass Essanfälle an mindestens zwei Tagen pro Woche über einen mindestens sechsmonatigen Zeitraum hinweg auftreten (Kriterium D.).

Betroffene haben neben der Essstörungsproblematik häufig noch eine Reihe von weiteren medizinischen und psychiatrischen Begleitsymptomen. Somit ist die BES mit erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität verbunden.

 

Diagnostische Kriterien nach DSM-IV für „Binge-Eating“-Störung

A. Wiederholte Episode von „Fressanfällen“. Eine Episode von „Fressanfällen“ ist durch die beiden folgenden Kriterien charakterisiert:
(1) Essen einer Nahrungsmenge in einem abgrenzbaren Zeitraum (z. B. in einem zweistündigen Zeitraum), die definitiv größer ist als die meisten Menschen in einem ähnlichen Zeitraum unter ähnlichen Umständen essen würden.
(2) Ein Gefühl des Kontrollverlustes über das Essen während der Episode (z. B. ein Gefühl, dass man mit dem Essen nicht aufhören kann bzw. nicht kontrollieren kann, was und wie viel man isst).

B. Die Episoden von „Fressanfällen“ treten gemeinsam mit mindestens drei der folgenden Symptome auf:
(1) wesentlich schneller essen als normal,
(2) essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl,
(3) essen großer Nahrungsmengen, wenn man sich körperlich nicht hungrig fühlt,
(4) alleine essen aus Verlegenheit über die Menge, die man isst,
(5) Ekelgefühle gegenüber sich selbst, Deprimiertheit oder große Schuldgefühle nach dem übermäßigen Essen.

C. Es besteht ein deutliches Leiden wegen der „Fressanfälle“.

D. Die „Fressanfälle“ treten im Durchschnitt an mindestens zwei Tagen in der Woche für sechs Monate auf.

E. Die „Fressanfälle“ gehen nicht mit dem regelmäßigen Einsatz von unangemessenen kompensatorischen Verhaltensweisen einher (z. B. „Purging“-Verhalten, Fasten oder exzessive körperliche Betätigung) und sie treten nicht ausschließlich im Verlauf einer Anorexia Nervosa oder Bulimia Nervosa auf.
Tabelle 1: Diagnostische Kriterien nach DSM-IV für "Binge-Eating" - Störung
Anmerkungen. Tabelle in Anlehnung an APA (2000). DSM-IV = Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen (4. Ausgabe).

Studienteilnahme

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